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Lärmprävention

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Ziele

Das oberste Ziel aller suchtpräventiven Aktivitäten in der Schule ist, der Entstehung von Suchterkrankungen vorzubeugen. Dazu zählt auch die Verantwortung für Lärmprävention.

Zu unserer modernen Gesellschaft gehört, in Folge von Geschäftigkeit, der Lärm. Er wird häufig toleriert und hingenommen. Das Bundes-Immission-Schutzgesetz zählt Lärmfolgen zu den Umweltschäden. Lärmvermeidung ist gesundheitlicher Umweltschutz.

Dieses Projekt dient mit seinen Materialien und der praktischen Umsetzung der Gesundheitserziehung und Vorsorge gegen körperliche Gewalt an sich selber.

Manche Jugendliche nutzen Lärm, z.B. aus MP3 Playern oder laute Musik auf Partys oder Radio dazu, sich aus dem Alltag ab-/auszugrenzen und ihre Umwelt nicht an sich heran zu lassen. Die Probleme werden nicht angesprochen, sondern mit Akustik ausgeblendet. Die Kinder entziehen sich der Realität. Je mehr Anforderung von Außen, je mehr Lärm zum Verdrängen wird gebraucht.   Die Erkenntnis, dass Spätfolgen für das Gehör auftreten, soll den Schülern vermittelt werden. 

Teilziele

Hören – Bau und Funktion des Ohres werden erklärt. Die Schüler/innen gliedern das Ohr in äußeres Ohr, Mittelohr und Innenohr. Die Empfindlichkeit des Ohres wird analysiert. Geräusche werden definiert - sind sie störend, belästigend, gefährdend oder schädigend.

Lärm – Das Thema Lärm soll deutlich machen, dass laut sein einerseits Lebensfreude ausdrückt, anderseits Ruhe notwendig ist. Die Schüler/innen lernen, dass die Entscheidung bei einem selber liegt – was will ich hören, was ist mir wichtig. Psychische und körperliche Reaktionen auf Lärm, durch Freisetzen von Stresshormonen, werden erörtert. Einführung in die Welt des Dezibels. 

„Knöpfe im Ohr“ – MP3 Player & Co unter die Lupe nehmen. Experimente mit der Lautstärke / Akustik machen. Akustische Qualität der Umwelt erfahrbar machen. Kenntnisse darüber erwerben, mit welchem Material man Schall dämmen kann. Eigene Verantwortung für akustische Qualität der Umwelt anbahnen.

Zielgruppe

Für alle Schularten auch Fördereinrichtungen ab der 3. Klasse und Berufsschulen.

Umsetzung

Am Anfang werden die Kinder/Jugendlichen  mit Stilleübungen zur inneren Ruhe geführt, denn nur wer in sich ruht, kann sich für äußere Ruhe engagieren. 

Mit den Schülern wird nach dem Arbeitsheft Gesundheitserziehung und Schule, Lärm und Gesundheit,  ©der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln, gearbeitet.

Um die Nachhaltigkeit der Thematik Lärmprävention zu gewährleisten, wird über die akustischen Bedingungen in der Schule gesprochen. Wie kann man diese verbessern. Es wird das Treppenhaus als Klangraum gestaltet. Durch die Beteiligung der Schüler/innen wird ihnen die Möglichkeit geboten, Verantwortung zu erfahren und zu übernehmen.

Ablauf

Klangfahnen:*

Die Schüler/innen modellieren aus Gips das Ohr ihres Nachbarn.

Diese Ohrenabbilder werden auf eine weiße Papierfahne aus Filterpapier aufgenäht, zusammen mit Glöckchen verschiedener Größe und mit Texten über das Hören.

Die Fahne kann im Treppenhaus aufgehängt werden. Sobald die Fahne sich im Windzug bewegt, ist ein Rascheln und leises Klingeln zu vernehmen

Blüten und Schmetterlinge:*

Die Schüler färben Filtertüten, die durch ihre Perforation Lärm absorbieren(Markentüten verwenden mit einer Performation von 0,1 bis 0,2 mm Durchmesser).

Alle Farben, die die Lochung nicht verschließen, sind geeignet, also Wasserfarben, Batikfarben sowie Naturfarben aus der Apotheke, die zum Eierfärben angeboten werden.

Nach dem Trocknen werden die Papiere zu Blüten mit Blättern zusammengebunden.

Ein Teil der Blüten werden an unterschiedlich langen, farbigen Plastikschnüren befestigt, die später im Treppenhaus aufgehängt werden. Wenn dazu Glasperlen aufgefädelt werden, dann bricht sich das Licht; Glöckchen am unteren Ende der Schnüre lassen das Gebilde erklingen.

Den anderen Teil der Blüten mit einem Tacker oder Draht an einer Fahne aus Bühnenmolton, das ebenfalls zur Dämpfung geeignet ist, befestigen.

* Quelle BR Stiftung Zuhörn HörSpielBox Praxis Impulse - GanzOhrSein

©Monika Kaltner Studio für Zuhörkompetenz