PDFDruckenE-Mail

Kirchenführungen

Eingebettet in der Hallertauer Hüglellandschaft liegt das beschauliche und ruhige Ebrantshausen, dessen Ursprung aus einer römichen Landsiedlung hervorgeht.
Mitten im Dorf auf einem Hügel gelegen, steht die Museumskirche Peter und Paul, die mit ihren pararellen Satteldächern und den zusammenstoßenden Kirchenschiffen , der Sakristei und dem hohen Turm eine faszinierende und beeindruckende Erscheinung abgiebt.  Den Titel trägt sie zurecht, vereint sie doch die acht wichtgsten Epochen der Zeit. Von der Römischen Kaiserzeit bis zum Neugotischen Stil ist alles im Baustil, sowohl in der Einrichtung vertreten.

Auch einen "Dorfheiligen" hat Ebrantshausen zu bieten, den sel. Heinrich (*1120 +1195) , aus der adeligen Familie der Burggrafen von Regensburg. Er lebte 10 Jahre als Einsiedler in einem Waldstück -woider Moa- in Ebrantshausen, obwohl er in seiner Jugend die Rosen des Lebens auf seiner Seite hatte: Macht, Reichtum, Ehrenstellen, Frauenliebe und Fürstengunst. Er hat sie nicht gepflückt, sondern nur an das evangelische Wort:

"Omnis qui reliquerit donumn vel fratres aut sorores aut uxorem aut agros propter nomen meum, centuplum accipict et vitam aeternam poossidebit"

gedacht. Er wurde um 1120 im burggräflichen Hofe auf dem Ägidienplatz zu Regensburg geboren, studierte im Kloster St. Emmeram die Rechtswissenschaft und übte später mit seinem Bruder Friedrich längere Zeit  das Burggrafenamt aus, selbstständig und nachweisbar 1176 bis 1184. Er pilgerte ins heilige Land und wollte sein schweres Amt nicht mehr ausüben. So begab er sich nach seiner Rückkehr 1185, in die Einsiedlerei nach Ebrantshausen wo er zehn Jahre später im Rufe der Heiligkeit verstorben ist und neben der Kirche begraben wurde. Sein Grab zog viele Wallfahrer an; es entstand über demselben zuerst eine Kapelle, welche um 1520 zur heutigen Heinrichskirche erweitert wurde.*

Ebrantshausen hat noch ein dunkles Kapitel, das sich zum Ende des 2. Weltkrieges zugetragen hat: Ein Priestermord in Ebrantshausen. Augustin Wagner, Expositus in Ebrantshausen, wollte seine Seelsorgsemeinde beim Einmarsch der Amerikaner vor einem Angriff retten und musste das mit seinem Leben bezahlen. In der Nacht vom 26. auf den 27.05.1945, wurde er von der SS erschoßen.*

Für Kinder und Jugendliche wird eine besondere Kirchenführung angeboten, die den Schwerpunkt Römer enthält und mit einem anschließendem Römerlager beendet werden kann.

Dauer der Führung: Je nach Wunsch wird eine kurze (ca. 20 min.) oder eine ausführliche Führung (ca. 50 min.) angeboten.

Preis: nach Anfrage 

*"Aus dem dunklen Ebrantshausen", als letztes Werk der heimatschriftstellerischen Tätigkeit und Forschungsarbeit des Hochw. Herrn  Geistlichen Rates Johann Baptist Schmid.